Brich an, du schönes Morgenlicht
Christkind kam in den Winterwald
Das Weihnachtsbäumlein
Der Bratapfel
Der Traum
Der Winter ist ein rechter Mann
Es treibt der Wind
Weihnachtsabend
Knecht Rupprecht
Markt und Straßen stehn verlassen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Weihnachtsbäumlein
von Christian Morgenstern (1871 - 1914)

Es war einmal ein Tännelein
mit braunen Kuchenherzlein
und Glitzergold und Äpflein fein
und vielen bunten Kerzlein:

Das war am Weihnachtsfest so grün,
als fing es eben an zu blühn.

Doch nach nicht gar zu langer Zeit,
da stands im Garten unten,
und seine ganze Herrlichkeit
war, ach, dahingeschwunden.
die grünen Nadeln warn'n verdorrt,
die Herzlein und die Kerzlein fort.

Bis eines Tags der Gärtner kam,
den fror zu Haus im Dunkeln,
und es in seinen Ofen nahm -
Hei! Tats da sprühn und funkeln!
Und flammte jubelnd himmelwärts
in hundert Flämmlein an Gottes Herz.